Mittwoch, 14. März 2018

Erklärung Spruchband

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Bereits seit dem 20. Januar diesen Jahres attackiert das türkische Militär den unter kurdischer Selbstverwaltung stehenden Distrikt Afrin in Nordsyrien. Diesbezüglich haben wir als GB & GSB ein Solidaritätsspruchband mit der kurdischen Bewegung im Stadion präsentiert. Doch warum ist das Thema für uns Ultras relevant? Erdogan produziert mit seinen militärischen Machtbestrebungen weitere Fluchtursachen, die es zu bekämpfen gilt. Wer hier vor Ort Geflüchteten hilft oder sich als antirassistisch versteht, sollte auch die vielfältigen Gründe verstehen warum die Menschen aus dem Nahen Osten fliehen müssen. Zeitgleich stellt der kurdische Versuch einer basisdemokratischen Selbstverwaltung mit Frauenrechten, Multiethnizität und solidarischem Zusammenleben einen der wenigen Hoffnungsschimmer fortschrittlicher Alternativen zu IS, anderen Milizen und dem Assad-Regime in der Region dar. In diesem Sinne: SAVE AFRIN!

Dienstag, 23. Januar 2018

TSV 1860 München vs. BSG Chemie Leipzig

13.01.2018
Benefizspiel
Ergebnis: 1:0
Grünwalder Stadion
Zuschauer*innen: 5.450 (ca. 800 Chemiker*innen)

Am vergangenen Samstag war es also soweit. Die Sonderzugfahrt zum Benefizspiel gegen den TSV 1860 München stand an. Mit schläfrigen Augen ging es irgendwann morgens kurz nach 7 mit dem Bus Richtung Treffpunkt. Unterwegs gab es ein kleines Frühstück beim Bäcker und nachdem wir am Treffpunkt angekommen waren, ging es auch schon bald weiter zum Hauptbahnhof. Dort standen wir uns noch ein bisschen die Beine in den Bauch bis schließlich der Zug kam. Zunächst irrten wir dann erst einmal etwas planlos umher, bevor wir uns letztendlich um und hinter der Theke des Partywaggons niederließen. Sollte unsere Schicht hier ursprünglich die Hälfte der Hinfahrt andauern, gaben wir den Job am Ende nicht mehr her und verkauften die Getränke und Brötchen nicht nur auf der kompletten Hinfahrt sondern auch auf der Rückfahrt wurden hier von uns die durstigen Kehlen gestillt. Dafür nochmal ein dickes Lob an die Beteiligten! Die Hinfahrt vertrieb ich mir dann größtenteils mit quatschen und Cider trinken, während viele Andere sich am Kreuzworträtsel der Georg-Schwarz-Brigade versuchten. Die Girls and Boys der GSB hatten sich ein Gewinnspiel einfallen lassen, um noch ein paar Euros mehr in die Flutlichtkasse zu spülen. Am Ende kamen wohl etwas über 700€ zusammen. Grazie, Raggazzi!
 In München angekommen ging es singend und leider auch grölend durch den Hauptbahnhof um unsere U-Bahn Richtung Wettersteinplatz zu besteigen und einige Minuten später verließen wir die U-Bahn-Station und fanden uns auf eben diesem Platz wieder. Dort fanden sich auch die individuell angereisten Chemiker*innen ein und gemeinsam liefen wir die etwa 200 Meter zum Gästeeingang des Grünwalder Stadions. Dort wurde es kurz hektisch, da sich wohl einige wenige dazu entschlossen hatten, das Führerlied anzustimmen. Die Polizei war aber präsent und daher entwickelten sich keine größeren Abenteuer.
Als Intro gab es auf Gästeseite grüne und weiße Luftballons, welche eigentlich leuchten sollten, was aber leider gar nicht zur Geltung kam und einen großen Doppelhalter mit dem Logo der Aktion "Flutlicht für Leutzsch". Die Münchner hatten da klar die Nase vorn. Sie zeigten goldene und grüne Folien und am Zaun ein Banner auf dem verschiedene Bilder mit Goldrahmen abgebildet waren. Später wurde darüber der Spruch "Seht, das ist das Werk eurer Väter - Haltet es in Ehren" gezeigt. Hinterm Stadion wurden zudem Raketen abgeschossen, was vielleicht nicht originell aber dennoch beeindruckend war. Auch in Sachen Lautstärke waren uns die Löwen all zu oft überlegen, wobei das auch getrost auf das Dach geschoben werden kann (Anm. d. Red. Man kann jetzt auch den Kümmel, aus dem Käse picken. So leise war es jetzt auch nicht) unter dem sie standen, wenn man nach Ausreden sucht. Nichtsdestotrotz hatte ich großen Spaß am Spiel und am Support unserer Mannschaft, auch wenn das Spiel am Ende verloren ging. Der einzige Punkt des Abends, mit dem ich mich nicht anfreunden kann, war das oftmals unkoordinierte Singen. Da können sich Vorsänger und Trommler noch so viel Mühe geben, wenn es Leute gibt, die lieber Rumgrölen als gemeinsam zu singen und einen geschlossenen Support abzuliefern. Schade.
Nach dem Spiel bedankten wir uns noch gebührend bei der Mannschaft und dann ging es auch schon wieder zurück zum Hauptbahnhof. Alle rein und Abfahrt. Jetzt wurde dann auch der Wodka und verschiedene andere erheiternde Substanzen ausgepackt und die Tanzfläche füllte sich nach und nach. Die Zeit verging wie im Flug und so etwa gegen 3 Uhr Nachts trudelten wir im Leipziger Hauptbahnhof ein.
Für mich ging damit ein toller Tag, ein großartiges Erlebnis und auch mein erstes Mal Westdeutschland mit Chemie zu Ende.
Wieder ein paar Euro mehr auf dem Flutlichtkonto.

Nur noch Chemie!

Montag, 8. Januar 2018

Rezension Polska Kibolska

Endlich Winterpause, na ja von Winter ist aktuell noch nichts zu spüren. Dafür wurden die Feiertage ausgiebig genutzt um alles zu lesen was sich in den letzten Wochen und Monaten angesammelt hat. Der Plan sich jetzt über das La Cosa Nostra (Ulm) aus zu kotzten, musste ich kurzfristig streichen. Da es sich um eine Doppelausgabe handelt, von der ich nur einen Teil gelesen haben. Mein Schreibtisch verhält sich wie ein Schwarzes Loch! Teil zwei ist mittlerweile wieder aufgetaucht. Wenn ich es schaffe, folgt zum späteren Zeitpunkt eine Rezension.




Dennoch möchte ich euch ein Heft ans Herz legen, was mich überaus beeindruckt hat. Mirko Otto sollte den meisten ein Begriff sein, wenn nicht dann aber Blickfang Ultra´ oder Beziehungskiste. Mit Polska Kibolska hat er nicht nur sich, sondern auch vielen anderen einen kleine Traum erfüllt. Endlich wieder ein reines Polen-Heft. Er punktet bei mir mit enormen Hintergrundwissen und einer akribischen Art, die man nur selten erlebt.
Und trotzdem schafft er es, komplexe Themen wie z.b. die aktuelle Lage in Łódź gut rüber zubringen. Ein paar Spielberichte sind auch drin,mit so klassischen Zungenbrechern wie im alten Grenzgänger. Beispiel gefällig? Okay, KS Polonia Nysa gegen KS Chemik Kedzierzyn-Kozle, da bekomme ich glatt Dyslexie. Auch die ein oder andere Hooligan Geschichte ist mit drin. Alles in allem eine Runde Sache, mit viel Herzblut drin und mir wird allmählich klar warum das BFU so abgebaut hat.

Für 3,70€ gibt es das gute schwarz-weiß Heft mit Farbcover im bekannten Onlineshop. Mit 75 Seiten gibt es von mir eine Kaufempfehlung, auch wenn man nicht gerade Polen-affine ist.

Dienstag, 12. Dezember 2017

TSG Neustrelitz vs BSG Chemie Leipzig

03.12.2017
17. Spieltag Regionalliga Nordost
Ergebnis: 3:0
Parkstadion
Zuschauer*innen: 628

Das letzte Spiel vor der Winterpause sollte nochmal ein kleiner Kraftakt für alle werden, ging es doch mit knapp 300 km zum am weitest entfernten Gegner ins mecklenburgische Neustrelitz. Den Wecker also auf viertel 6 gestellt und mit noch leicht verkniffenen Augen ging es ab zum Treffpunkt. Dort mit den bekannten Gesichtern den vorderen Teil einer der Busse belagert und schon konnts losgehen. Verlief die Hinfahrt bereits dank White Russians & Kahlúa bei Teilen unserer Jogger-Crew äußerst motiviert, erst mal die große Ernüchterung bei Ankunft in Neustrelitz: Ein Stadion am Arsch in der Pampa und das dazu einsetzende Schneetreiben ließen wenig Freude auf die nächsten 90 Minuten Kälte aufkommen. Das Beste daraus gemacht und relativ breit im Block aufgestellt, gab‘s zum Anpfiff ein kleines Doppelhalter-Intro. Das „Kämpfen Chemie“ darauf und der mit Blut verschmierte capitano Karau vom BFC-Spiel konnte sich sehen lassen! Der Support für die ersten paar Minuten ging sicher in Ordnung. Als vorteilhaft erwies sich hier die eigenwillige Akustik des Stadions, denn donnernde Wechselgesänge konnten dank des Schalls einfach mit dem weiten Rund ausgetauscht werden! Von den wenigen Heimfans war da heute eh nicht mit Gegenwehr zu rechnen. Waren die meisten der etwa 300 grün-weißen Schlachtenbummler*innen zu Beginn noch halbwegs gut aufgelegt, machten sich bei einem der Auswärtsfahrer massive Ausfallerscheinungen breit. So verlor sich die Spur besagter Person mitten während des Spiels, nur um sie später vollgetankt und schlummernd im Bus vorzufinden. Mentalità? (Anm. d. Red. Bei der gezeigten Leistung konnte man nur den Chemnitzer machen) Einiges an Elan besaßen im Übrigen diverse Sportsfreunde auf den Rängen. Manchen Heißspornen war die Hinfahrt und vermutlich auch der Schuss Amaretto im Glühwein so sehr zu Kopf gestiegen, dass die volle Energie auf Pöbeleien gegen Schiri, Heimfans und gegnerische Mannschaft konzentriert wurde. Was unsere Glühverein verwöhnten Stimmen (und Köpfe!) nicht nach vorne peitschen konnte, war hingegen unsere Mannschaft. (Anm. d. Red. Wie gesagt, fünf Bier in einer dreiviertel Stunde, Chemnitz bleibt asozial) Die spielte in der ersten Hälfte ohne jegliche Konzentration und ließ sich drei Buden in gut 30 Minuten reinzimmern.
Und das von einer Hillbillytruppe wie Neustrelitz, die selbst im unteren Ende der Tabelle vor sich hindümpeln. Ergebnis: Spiel so gut wie gelaufen, die Stimmung natürlich im Keller, nur konsequent die Einstellung des Supports. Will man die Klasse diese Saison halten, dann darf man sich nicht von solchen Erfolgen wie dem Sieg im Pokalspiel gegen Zwickau oder das Unentschieden auswärts bei L*K einlullen lassen. Wenn es drauf ankommt, dann müssen genau solche Begegnungen wie gegen Neustrelitz gewonnen werden, um zu seinen Punkten in der Liga zu kommen. Der Sturm, der heute erst in der zweiten Hälfte so etwas wie Präsenz demonstrieren konnte, ist mit acht Treffern der schwächste der Liga. All das dürfte nicht neu sein und so begrüße ich die Ansage von Trainer Demuth, den Angriff während der Winterpause mit zwei neuen Spielern (Anm. d. Red. Branden Stelmak soll es in der Rückrunde richten) aufzufrischen. Mit Abpfiff gab es dann nochmal ein paar Worte des Frusts und der Enttäuschung gegenüber der heutigen Leistung. Nach der Winterpause schreitet die Mannschaft dann hoffentlich mit mehr Elan voran, um sich auf einem sicheren Tabellenplatz zu konsolidieren. Die Rückfahrt knüpfte da an, womit auf der Hinfahrt bereits gut vorgelegt wurde. So flossen diverse alkoholhaltige Getränke in Strömen unsere Kehlen hinab, die Musik wurde voll aufgedreht und der Bus einfach kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert. Highlight der Rückfahrt war sicher das Gesangsduell des Vorderbusses gegen die Spaßbremsen aus dem hinteren Teil. Welle um Welle an passionierten Gesängen drang durch den Bus. Immer lauter, verspielter, besoffener sollte es werden! Dass der Hinterbus die AfD wählt, dürfte inzwischen sicher jedem klar geworden sein, hehe. Klarer Sieg nach K.O. des hinteren Abteils würde ich da mal sagen! Nach Wiederankunft in Leipzig besinnungslos aus dem Bus getorkelt, noch kurz was essen gewesen mit weiteren Hungrigen und ab ging es nach Hause, um nur noch ins Bett zu fallen. Trotz schlechten Spiels eine gelungene Abschlussfahrt 2017.
Green Bastards - Chemie Leipzig
Wir sind keine Fans, wir sind eine Gang!